Aus der Festschrift zur 600 Jahrfeier.

Die älteste Wiesbadener Akte über diesen Bergbau stammt vom 15. Oktober 1751, als der Berg- meister Julius Weyß, Langenheck, um Erlaubnis bat, das verfallene Bleibergwerk bei Laubach wieder aufnehmen zu dürfen. In einem Schreiben vom 23.11.1751 steht, dass alte Laubacher sich erinnerten, dass vor Ca. 60 Jahren (etwa 1690) das Bergwerk angefangen und eine Zeit lang betrieben worden war.

Die damaligen Erzfunde sollten nicht nur viel Blei sondern auch viel Silber mit sich führen. Da man aber keine Erfahrung mit dem Schmelzen und Abtrieben hatte, wurde der Bergbau schließlich aus Geldmangel wieder eingestellt. Die Lage des Bergwerkes war nah am Dorf hinter Peter Creutzens Haus.

Ab 1752 wurde der Bergbau erst unter der Usinger Regierung wieder aufgenommen. Man hoffte auf reiche Funde, vor allem bei Silber. Es musste jedoch eingesehen werden, dass Erzfunde selten waren. Die gegrabenen Gänge und Schächte zeigten keinen Hinweis auf Erz und man hatte mit starkem Wasserandrang zu kämpfen. Schließlich wurde die Grube Ende 1753 beliehen. Die Auf- zeichnungen in Wiesbaden reichen bis 1768. Damalige Erzproben ergaben neben Blei und Silber auch Kupferfunde.

Die nächsten Aufzeichnungen finden sich beim Bergamt Weilburg und zwar ab 1872. Was in der Zwischenzeit mit der Grube passierte, konnte nicht genau herausgefunden werden: Die Grube wechselte wohl mehrmals den Besitzer und es wurde mehr oder weniger erfolgreich nach Blei gegraben.

Ab 1872 wurde die Grube unter dem Namen "Treu Floretta" an einen Offizier Namens von Schöner-mark verliehen, der sie bis zum Schluss besaß und der mit vielen Unterbrechungen, auch unter Heranziehung Dritter, versuchte, sein Glück zu machen;). Schon die ersten Ergebnisse der Grabungen machten jedoch keine Hoffnung.

1896 wurde in der Nähe der Grube bei Ausschachtungsarbeiten zu einem neuen Wohnhaus Bleierz angehauen. Die Analyse von Erzproben ergab: 81,3 % Blei und 14,2 Gramm Silber. Während die Suche in der Grube wenig erfolgreich war (man hatte mit Wasser und schlechtem Wetter zu kämpfen), fanden Laubacher Bürger auf ihren Grundstücken wieder Bleierzklumpen. Im Juni 1899 wurde auch in der Grube Erz gefunden, jedoch kein Blei bzw. Silber sondern Kupferkies und Malachit. In den folgenden Jahren bis zur endgültigen Einstellung des Grubenbetriebes 1913 wurden immer wieder schöne Kupfererze und Bleierze gefunden. Die Gründe für die Einstellung waren wahrscheinlich die relativ spärlichen Erzfunde und die Schwierigkeiten beim Graben; immer wieder Wasserandrang auch in trockenen Jahren und die massiven Beschwerden Laubacher Bürger über die Grabungen unter ihren Häusern.

Alte Karte des Bergbaus